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Der Wolf (kurz zusammengefasst)


Der Wolf ist ein Raubtier und gehört zu der Gattung der Canoidea, der hundeartigen. Er allein ist Stammvater aller heute bekannten Hunderassen. Eigentlich kann man das faszinierende Tier Wolf nicht kurz oder gar allgemein zusammenfassen, denn ihr Verhalten ist so vielseitig, dass man es nicht verallgemeinern kann. Die Sozialstruktur, die einzelnen Wolfsindividuen(Charaktere), die Jagdstrategien, das Spielverhalten und sogar das Rangsystem sind so vielseitig und unterschiedlich, dass man nicht von einem einzigen, „normalen“ Verhalten sprechen kann. Wölfe sind hochintelligente Tiere und so benehmen sie sich auch: der jeweiligen Situation entsprechend und oft eben genau anders, als man es vermutet hatte. Trotzdem möchte ich hier nun einen kurzen Überblick verschaffen, der ein allgemeines Bild und Wissen über den Wolf  vermitteln soll. In anderen Rubriken werde ich dann versuchen, ausführlicher auf die so umfangreichen Verhaltensweisen der Wölfe einzugehen, ohne dabei zu verallgemeinern. Diese „Kurzbeschreibung“ will sich auch als solche verstanden fühlen, denn jeder Wolf hat seine eigenen Charakterzüge und Eigenarten (da werden mir nun vor allem Hundebesitzer zustimmen) und das eine Rudel kann sich vollkommen anders verhalten, als das andere, dass man den Wolf eigentlich gar nicht „kurz“ zusammenfassen kann. Ich werde mich nun anstrengen, mich knapp auszudrücken, um ein Grundwissen zu verschaffen.

 

Der Grauwolf ist die in Europa heimische Wolfsart, es gibt jedoch jede Menge andere Unterarten, die auf der ganzen Welt verteilt zu finden sind und einige Unterarten sind bereits schon ausgestorben. Diese Artenvielfalt ist nicht zuletzt auch ein Zeichen für die enorme Anpassungsfähigkeit des Wolfes und erklärt zugleich das stark variierende Aussehen, aber auch Größe und Gewicht der unterschiedlichen Wolfsarten. Die kleinste Unterart, der arabische Wolf, erreicht nur knapp 20 kg und der Polarwolf wiederum kann durchaus ein Gewicht von über 70kg erreichen, auch die Größe unterscheidet sich dabei stark von etwa 50 cm Schulterhöhe, bis knapp 90cm.

 

Der Wolf ist ein außergewöhnlich soziales Tier, das eigentlich nur in Rudeln lebt. Die gewöhnliche Rudelgröße beträgt etwa 7 Tiere, wobei die Verteilung von männlichen und weibliche Tieren meist ausgeglichen ist; manche Großrudel, die durch extrem reiche Nahrungsvorkommen entstehen können, umfassen sogar bis zu über 30 Tiere, ist aber eher die Ausnahme. Auch einzelne Wölfe sind eher selten. Meist sind diese Tiere von ihrem Rudel abgewandert, um sich einen Partner und ein eigenes Revier zu suchen und dann ein neues Rudel zu suchen. Das Rudel bietet Schutz, gewährleistet einen höheren Jagderfolg, außerdem sind Artgenossen für solch soziale Tiere äußerst wichtig.

 

Das Heulen ist wohl die bekannteste Art zu kommunizieren, aber die wichtigste für die Wölfe untereinander ist die Körpersprache (diesem Punkt werde ich noch eine eigene Rubrik widmen). Diese ist stark ausgeprägt und Wölfe unterscheiden selbst kleinste Mimikäußerungen. Doch selbst für Nichtexperten ist die Stellung der Ohren, der Rute, des Körpers und der Gesichtsausdruck und was sie zu bedeuten hat of deutlich zu erkennen, oder zumindest leicht zu erlernen. Durch die Körpersprache werden die unterschiedlichsten Dinge ausgedrückt, wie z.B. Spiellust, Missmut, Angst, usw., aber auch die Rangordnung wird z.B. durch Fixieren oder Imponiergehabe oft klargestellt. Das Heulen dient neben dem Abgrenzen des eigenen Reviers vor allem der Kommunikation über Distanz, wobei sie die unterschiedlichsten Heullaute verwenden. Ein Wolf heult als Aufbruchsignal zur Jagd, wenn er den Anschluss an sein Rudel verloren hat, als Kommunikationsmittel über weite Distanzen, wenn er ein fremdes Gebiet betritt, um sich bemerkbar zu machen und in Erfahrung zu bringen, ob in diesem Gebiet bereits Wölfe sind. Da Wölfe es bevorzugen, Aggressionen und Kämpfe lieber zu vermeiden, lösen sie Konflikte innerhalb des Rudels meist durch Körpersprache, wobei der rangniedrigere Wolf passive (z.B. Blick abwenden, Pföteln) oder aktive (z.B. auf den Rücken rollen) Unterwerfung zeigen kann. Wenn ein Rudel einen fremden Wolf oder gar ein ganzes Rudel heulen hört, wird es zur Verteidigung ebenfalls heulen, um damit klar zu machen, wer Anspruch auf dieses Gebiet hat. Hierbei heulen die Leitwölfe eher lang und tief, wobei die anderen Wölfe versuchen, möglichst unterschiedliche Heul- und Bellaute von sich zu geben, um das Rudel größer wirken zu lassen, als es wirklich ist. Somit werden meistens die Probleme mit fremden Rudeln oder Wölfen gelöst und es kommt selten zum Ernstkampf, es sei denn, das andere Rudel will  wegen Nahrungsknappheit expandieren (sein Revier vergrößern). Neben dem Heulen, markieren Wölfe ihr Revier auch durch Urin und Kothaufen.

 

obwohl dieser Wolf zu ruhen scheint, zeigen seine zur Seite geneigten Ohren deutlich Anspannung an. Irgendetwas beunruhigt ihn

Ein Rudel wird von zwei Leittieren angeführt, dem Alpha-Männchen und dem Alpha-Weibchen. Beide spielen gleichermaßen eine zentrale Rolle für das Rudel, wobei die Rangordnung oft geschlechtlich getrennt ist, also das Alpha-Männchen vor allem die anderen Rüden und das Alpha-Weichen die Weibchen unterdrückt. Zwar bilden auch rangniedrigere Wölfe oft ein Paar und gehen tiefe Beziehungen ein, aber normalerweise paaren sich nur die Leittiere. Unter bestimmten Umständen kann es aber auch zur Paarung anderer Rudelmitglieder kommen, wenn z.B. die Sterblichkeitsrate der Welpen sehr hoch ist, um somit den Fortbestand des Rudels zu sichern. Wölfe sind sich in der Regel treu und es kommt auch vor, dass ein Tier nicht mehr leben möchte, wenn sein Partner stirbt. Ist aber der Altersunterschied zwischen einem Paar größer und der Partner stirbt, sucht sich dieser Wolf einen neuen Partner, um gemeinsam mit ihm das Rudel zu führen und um Nachwuchs zu bekommen. Das Alpha-Männchen kümmert sich vor allem um die Gefahrenvermeidung und leitet oft Chorheulen und die Jagd ein. Doch auch das Alpha-Weibchen führt das Rudel und sorgt vor allem für den Zusammenhalt. Leitwolf du Leitwölfin gehen oft eine sehr enge Bindung ein und teilen sich vielmehr die Leitung eines Rudels, als dass einer von beiden „alleiniger Herrscher“ ist. Vor allem im Spätwinter, bevor die Welpen geboren werden, leitet oft die Wölfin das Rudel und führt sie von einem Höhlenstandort zum anderen, um diese auf Sicherheit zu überprüfen. Aber auch junge und rangniedrigere Wölfe können das Rudel anführen. Sie führen das Rudel dann auf gewohnten Wegen und bleiben bei Abzweigungen oder Gefahrenquellen stehen und eines der Leittiere gibt dann aus zentraler Position (z.B. durch Deuten mit dem Kopf) die Richtung an, oder übernimmt wieder die Führung. Gerade im Tiefschnee schicken die Leittiere gerne junge Wölfe voraus, da sie eine Schneise in den Schnee brechen und die erfahrenen, fürs Rudel so wichtigen Alttiere Energie sparen können.

 

Die Welpen kommen meist im April oder Mai zu Welt. Zunächst kümmert sich ausschließlich die Leitwölfin (Mutter der Welpen) um den Nachwuchs. Sie bleibt bei den Welpen in der Höhle, bis sie nach etwa 12 Tagen die Augen öffnen. Der Vater und die anderen Rudelmitglieder gehen inzwischen auf die Jagd und bringen der säugenden Mutter Fleisch mit. Im Alter von vier Wochen, kommen die Welpen zum ersten Mal aus der Höhle und nun beginnt auch die Mutter, sich wieder an der Jagd und dem täglichen Rudelleben zu beteiligen. Nun überlässt sie einem ausgewählten Babysitter den Job, auf die Welpen aufzupassen. Ein Babysitterwolf kümmert sich hingebungsvoll um die Welpen, spielt mit ihnen, erzieht sie und lässt sich unglaublich viel gefallen. Aber der Babysitter hat auch einen Nutzen, denn oft wird er von der Leitwölfin bevorzugt behandelt und bekommt von ihr und den anderen Wölfen Nahrung, die sie ihm mitbringen. Auch die Welpen bekommen mit der Zeit hervor gewürgte Nahrung.

 

Meist leitet das Alpha-Männchen die Jagd durch heulen ein und führt die Einheit zur Beute. Diese Aufgabe kann aber auch genauso gut die Leitwölfin übernehmen, vor allem wenn sie älter als ihr Partner ist, mehr Erfahrung hat oder eben am Besten weiß, wo sich die Beutetiere aufhalten. Bei der Jagd gehen Wölfe äußerst kooperativ und strategisch vor und haben die unterschiedlichsten Methoden, weshalb ich diesem Thema eine eigene Rubrik gewidmet habe. Meist spezialisieren sie sich dabei auf ein bestimmtes Beutetier und suchen oft alte oder kranke Tiere heraus, die sie dann erlegen. Dies tun sie, da gesunde Tiere durchaus gefährlich für die Wölfe selbst sein und sie verletzen oder gar töten können, kontrollieren aber dadurch nicht nur den Bestand der Beutetiere, sondern können mitunter sogar Epidemien verhindern, wenn sie kranke Tiere erlegen. Wurde ein großes Beutetier erlegt und alle Wölfe sind satt gefressen, markieren sie die Beute und kehren meist zum Höhlenstandort zurück. Dann kehren sie, meist einzeln zur Beute zurück, um zu fressen, und den Welpen etwas mitzubringen (wenn es Welpen gibt). Nach einer ausgiebigen Malzeit ruhen Wölfe mehrere Stunden lang, während sie verdauen. Sollten sie wirklich fliehen müssen, würgen sie den Mageninhalt hervor. Somit können sie nicht nur schneller rennen, sondern verhindern auch die tödlich endende Magendrehung.

Wölfe können zwar bis zu 9kg Fleisch auf einmal zunehmen, müssen aber dafür auch wieder tagelang ohne Nahrung auskommen. Im Durchschnitt frisst ein Wolf etwa 2 kg Fleisch pro Tag, was verhältnismäßig wenig ist, das Wölfe sehr aktiv sind und in einer Nacht sogar bis zu 60 km wandern können. Außerdem sind Wölfe unglaublich schnell und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 65 km/h, welche sie im Notfall auch eine Stunde lang durchhalten können. Übrigens misslingen 9 von 10 Jagdversuchen.

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