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die Jagd

Wölfe sind, wie alle Caniden, Fleischfresser. Dabei sind sie aber nicht wählerisch und fressen von der Maus über den Biber und das Rentier, bis hin zum Elch, alles. Allerdings nehmen sie auch Beeren und Gräser zu sich. Dies hilft der Verdauung und versorgt sie zusätzlich mit Vitaminen. Es gibt Forscher, die vermuten, dass Wölfe auch gezielt unterschiedliche Gräser und Kleintiere fressen, weil das dem Urin einen anderen Geruch verleiht und das beim Markieren ihres Reviers nützlich ist. Denn so entsteht für fremde Wölfe der Eindruck, dass das Rudel größer ist, als es tatsächlich ist, da ja der Urin eines Wolfes je nach Nahrungsaufnahme unterschiedlich riecht.

 




Meist spezialisiert sich ein Rudel auf ein Bestimmtes Beutetier (in der Regel Huftiere), oder eines der Leittiere ist bereits ein Spezialist. Dieser Wolf kennt nicht nur sein Revier wie seine eigene Westentasche, sondern auch das Verhalten und Bewegungsmuster „seines“ Beutetiers. Häufig kündigt der Leitrüde die Jagd durch ein Heulen an und führt die Jagdeinheit, doch diese Rolle kann genauso gut die Leitwölfin (oder auch ein rangniedrigerer Wolf, siehe unter„Rangordnung“) übernehmen, wenn sie die Spezialistin ist. Der „Jagdführer“ bringt die anderen Wölfe in die Nähe der Beutetiere und dann beginnt die eigentliche Jagd. Es wäre nun nahezu unmöglich, hier alle Strategien zu beschreiben, da oft jedes Rudel, jeder Wolf, seine eigenen Taktiken hat. Doch in der Regel kreisen die Wölfe ihre Beute ein und der Sprinter (oft Weibchen, die kleiner, leichter und schneller sind) hetzt die auserwählte Beute. Dann schneiden ihr die anderen Wölfe, die bereit gelauert haben taktisch wichtige Fluchtwege ab und versuchen, die Beute so schnell wie möglich zu reißen. Die Verletzungsgefahr für die Wölfe selbst ist hierbei sehr groß. Deshalb „testen“ sie ihre Beute zuvor oft und wählen vor allem kranke, sichtlich humpelnde oder alte Tiere. Auf diese Weise können Wölfe sogar den Ausbruch einer Epidemie verhindern, wenn sie kranke Beute reißen, bevor diese ihre Artgenossen anstecken konnte.

 

Doch manchmal greifen sie auch ausgewachsene, körperlich fitte (z.B.) Hirschbullen an. Das ist sehr gefährlich und die Wölfe können dabei durch Huftritte und das Geweih nicht nur verletzt (gebrochene Rippen, Lauf,…), sondern sogar getötet werden. Dann können sie auch eine andere Taktik verfolgen, die im Ansatz der vorher genannten gleicht. Die Beute wird eingekreist und der Sprinter hetzt die ausgewählte Beute, während die anderen Wölfe versuchen, ihr wichtige Fluchtwege abzuschneiden. Doch aufgrund der Gefährlichkeit des Beutetiers, sind sie wesentlich vorsichtiger und versuchen, es allmählich zu schwächen, indem sie es immer wieder angreifen und mit Bissen in die Flanken, Läufe (usw.) verletzen. Irgendwann wird es zusammenbrechen oder zumindest schwächer werden und im richtigen Moment bringen die Wölfe es dann zu Fall. Wenn die Beute besonders zäh ist, kann es vorkommen, dass die Wölfe sie bis zu mehrere Tage lang verfolgen, sie vom Trinken und Schlafen abhalten und darauf warten, bis sie vor Erschöpfung zusammenbricht und sie dann reißen. Dies ist allerdings eine eher seltene Jagdtechnik, da sie sehr kräfteraubend ist. Wenn eine Beute so zäh ist, geben die Wölfe meist vorher auf und versuchen eine erneute Jagd auf ein anderes Tier. Es gelingt im Schnitt auch nur einer von zehn Jagdversuchen.

 

Da Wölfe im Sommer nur in den kühlen Morgen- und Abendstunden jagen können, ist ihre Erfolgsquote im kalten Winter, wo sie den ganzen Tag über jagen können, wesentlich höher, auch sind für sie der Schnee und zugefrorene Seen ein großer Vorteil. Im frischen Schnee kommen Wölfe kaum voran und z.B. Elche mit ihren langen Beinen entkommen ihnen leicht. Doch wenn die Schneedecke angefroren ist, können die leichten Wölfe darauf schnell laufen, doch die schweren Huftiere brechen ein, kommen kaum vorwärts und sind somit leichte Beute. Eine weitere Methode der Wölfe ist es, ein Huftier auf einen zugefrorenen See zu hetzen, wo dieser schließlich einbricht oder aus Unsicherheit nicht mehr vorwärts kommt.

 

Egal, welcher Taktik Wölfe auch nachgehen, eines ist immer wichtiger Bestandteil: Gemeinschaft. Nur durch Kooperation, gegenseitiges Vertrauen und genaues Kennen der anderen Wölfe können sie erfolgreich jagen. Da die Leittiere in freier Wildbahn auch den rangniedrigeren Wölfen (meist ihrem Nachwuchs) die Möglichkeit zur freien Entfaltung und eigenen Charakters geben wollen, führt durchaus auch einmal einer der Betawölfe oder sogar der Ranghöchste der jugendlichen (juvenilen) Wölfe eine Jagdformation, was aber vor allem in größeren Rudeln vorkommt. Besteht es nur (z.B.) aus zwei oder vier Wölfen, werden sie immer gemeinsam größere Tiere jagen.

 
Die graubraune Färbung der Wölfe ist die perfekte Tarnung im Wald und dessen erdigen Boden. Dies erleichtert den Wölfen, sich zu verstecken, um aus dem Hinterhalt angreifen zu können. Aber auch vor Feinden schützt es sie.

Neben den Huftieren sind auch Kleinwild, Vögel und Fische die natürliche Beute eines Wolfes. Tiere wie Mäuse, Hasen oder Gänse werden nicht unbedingt in einer Gruppe gejagt, diese Tiere kann ein Wolf auch mühelos alleine reißen und wird die Beute auch selbst verzehren. Außer es ist gerade Nachwuchs da und der Bestand der Huftiere knapp. Dann reißt ein einzelner Wolf auch mehrere Hasen, Gänse,… am Tag, frisst selbst und bringt ganze Tiere zur Höhle zur Mutter (die Welpen bekommen hervorgewürgte Nahrung).

 

Um eine Maus zu fangen, wartet ein Wolf vor einem Loch und wenn sie sich zeigt, springt er hoch in die Luft, damit sie ihn nicht sieht und fängt die Maus mit den Vorderpfoten. So machen es übrigens auch Füchse und unsere Haushunde. Man nennt das den Mäuselsprung.

 

Manche Wölfe haben sich auch auf die Biber- oder Fischjagd spezialisiert. Natürlich sind sie bei der Jagd nach Lachsen nicht so geschickt, wie der „Lachsspezialist“ Bär, aber dennoch ganz gut. Manchmal warten Wölfe auch einfach nur ab, wenn Bären Lachse fangen, ob etwas für sie abfällt.

 

Wölfe fressen auch Aas, was in etwa 30% ihrer Nahrung ausmacht. Auch hierbei gehen sie sehr intelligent vor. Manchmal beobachten Wölfe einfach Rabenvögel, denn die können Aas anzeigen. Aber da Wölfe selbst oft durch die menschliche Infrastruktur sterben, oder verletzt werden, wissen sie, wie gefährlich sie nicht nur für sie selbst, sondern auch für andere Tierarten ist. So suchen sie z.B. regelmäßig Autobahnen oder Eisenbahnschienen nach verendeten Tieren ab. So seltsam das auch klingen mag, ist die Gefahr der Wölfe auch manchmal ihr Freund.

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