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die Sprache des Wolfes

Da Wölfe hochintelligente und äußerst soziale Tiere sind, für die Komunikation untereinander sehr wichtig ist (z.B. um Konflikte zu vermeiden, bei der Jagd), bedienen sie sich einer ausgefeilten Körper- und Lautsprache. Allein die Ohrenstellung verrät bereits einiges über das momentane Befinden eines Wolfes. Ich möchte mich nun beiden Kommunikationsarten widmen.

Die Körpersprache

Von der neutralen Stellung aus, erkläre ich nun anhand der Bilder die wichtigsten körpersprachlichen Haltungen. Da der Wolf auf diese eise sehr viel und ausgeprägt kommuniziert, beschreibe ich nur das "Grundgerüst" dieser Art der Sprache mit Bildern. Gehen wir davon aus, dass sich bei diesem Beispiel zwei Wölfe eines Rudels begegnen. Unserer ist dabei der rangniedrigere und der andere Wolf versucht ihn zu dominieren, was sich unser Wolf zunächst nicht gefallen lassen will. Dies zeigt er durch leichtes Drohen an, doch da der andere Wolf sich nicht einschüchtern lässt, nimmt unserer eine aggressive Haltung ein. Nun reicht es dem Ranghöheren und er droht seinerseits. Unser Wolf beginnt daraufhin, seine höhere Stellung zu akzeptieren und wird zunehmend unsicher. Da der höhere Wolf unseren rangniedrigeren nun aber zur Räson bringen will, droht er weiter, bis unserer schließlich Angst zeigt und sich letztendlich unterwirft (das ist nur ein Beispiel, um die oft nahtlosen Übergänge extremer Stimmungen zu zeigen):


neutrale Stellung (entspannter Wolf)

der Wolf steht völlig entspannt da, der Nasenrücken ist gerade, die Ohren aufrecht und die Rute hängt locker herab.


leichtes Drohen
Der Nasenrücken wird leicht gekräuselt und die Lefzen angehoben, damit die Zähne leicht zu sehen sind. Auch die Rute wird leicht hochgezogen und die Körperhaltung kann sich etwas anspannen.


aggressives Drohen
Die Muskeln sind angespannt und das Nackenhaar gesträubt. Die Ohren sind spitz nach vorne gerichtet, die Rute steht steif nach hinten weg und der Nasenrücken ist stark gekräuselt und die vorderen Zähne werden gezeigt, wobei die Mundwinkel nach vorne gedrückt werden. Außerdem wird der Gegenüber mit den Augen fixiert.


passives Drohen mit leichter Verunsicherung
Der Nasenrücken ist immer noch gekräuselt, aber die Mundwinkel werden bereits leicht nach hinten gezogen, der Blick wendet sich ab und die Ohren werden leicht angelegt. Die Rute sinkt herab.

Demut, leichte Angst
Das Maul ist geschlossen, der Nasenrücken gerade und die Mundwinkel werden nach hinten gezogen (wird manchmal Grinsen genannt, was aber irreführend ist, da es ein Zeichen der Beschwichtigung, Demut oder Unterwürfigkeit ist). Der Blick ist abgewandt, die Ohren angelegt und die Rute wird leicht eingezogen ("S"-förmig, wie auf dem Bild zu sehen). Der Wolf kann zusätzlich eine leicht geduckte Haltug einnehmen.


Angst
Die Haltung ist geduckt und die Läufe leicht eingeknickt. Der Nasenrücken wird stark angezogen und ist gekräuselt. Das Maul ist leicht offen, die Mundwinkel stark nach hinten gezogen und die Zähne werden entblößt (bei der Aggression werden nicht so viele Zähne gezeigt). Die Ohren sind angelegt und die Rute eingeklemmt.


Panische Angst
Die läufe sind stark eingeknickt und der Wolf nimmt eine geduckte Körperstellung ein. Die Rute ist extrem eingeklemmt, sie liegt am Bauch an. Die Ohren sind angelegt, der Nasenrücken hochgezogen und gekräuselt. Die Mundwinkel sind stark nach hinten gezogen und das Maul ist weit aifgerissen, wobei nahezu alle Zähne gezeigt werden und man bei den vorderen sogar das Zahnfleisch sieht. Zusätzlich kann der Wolf nun auch pföteln und/oder kreisende Bewegungen mit der Zunge ausführen.



Imponierverhalten
Nun zeige ich noch das Imponierverhalten eines Wolfes. Dies kan er rangniedrigeren Wölfen gegenüber zeigen, aber auch junge, aufstrebende Wölfe wollen damit manchmal ihr zunehmendes Selbstbewusstsein und ihre Stärke ausdrücken (dies sind nur einige Beispiele, in denen ein Wolf Imponierverhalten zeigt).

neutrale Stellung (entspannter Wolf)

habe ich bereits erklärt

Imponiergehabe

Der Wolf macht sich groß, streckt also seine Gliedmaßen, hebt den Kopf an. Der Blick ist meist auf den Gegenüber gerichtet, die Ohren nach vorne (aber nicht so spitz wie bei der Aggression) und die Rute wird steil empor gehoben.


Mit der Körpersprache drücken Wölfe aber nicht nur ihre momentane Stimmung und Gefühle aus, sondern auch ihre Rangposition. Bei Begrüßungen oder freundlich gestimmten Umherlaufen, kann man am Verhalten und der Körpersprache oft sehr gut die unterschiedlichen Rangpositionen der einzelnen Tiere erkennen. Die Leittiere sind sehr selbstbewusst und richten ihre Ohren und Ruten empor. Niedrigere Wölfe legen dabei meist die Ohren an und halten ihre Ruten tiefer (je tiefer, desto niedriger der Rang) und versuchen, das Maul der Leittiere zu lecken.


dieser Wolf möchte gerne ruhen, aber etwas scheint ihn zu beunruhigen, was man nicht zuletzt an der Stellung seiner Ohren erkennen kann.
 

Da auf gemeinsamen Wanderungen auch oft rangniedrigere Wölfe das Rudel vorübergehend führen (das wirkt sich nicht auf so genannte Rangpositionen aus, mehr dazu unter der Rubrik „die Rangordnung“), müssen die Wölfe jederzeit dazu in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren. Hierfür reicht bereits ein fragender Blick des vorneweg laufenden Wolfes in Richtung Leittiere. Dann reicht bereits ein Zeichen mit dem Kopf, das wieder den richtigen Weg angibt. Auch bei der Jagd ist diese Art des „Befehlgebens“ äußerst wichtig, denn nur durch Kooperation und gegenseitiges Verstehen werden die Wölfe erfolgreich Beute reißen (mehr dazu unter „die Jagd“)

 

Dieser Wolf fühlt sich sichtlich unwohl, oder es beunruhigt ihn etwas. Dies verraten seine geduckte Haltung und die zur Seite geklappten Ohren, die zusätzlich in unterschiedliche Richtungen zeigen, um alle möglichen Gefahrenquellen sofort wahrnehmen zu können.

Leittiere zeigen ihren hohen, sozialen Status oft durch kleine Gesten. Wenn die Wölfe gerade ruhen, legen Leittiere oft Wert auf eine größere Individualdistanz (Bereich um einen Wolf, in dem er situationsbedingt keinen anderen duldet). Kommt ihnen dann ein Rudelmitglied aus Versehen (oder absichtlich) zu nahe, drohen sie, aber oft reicht es, ihn einfach nur (ohne Drohgebärde) zu fixieren (in die Augen starren). Meist zeigt der unvorsichtige Wolf dann Beschwichtigungsgesten wie Blick abwenden, Ohren anlegen, Maul lecken, Pföteln oder Schwänzeln, … und entfernt sich. Tut er dies nicht, wird der andere Wolf ihm drohen und wenn er sich dann auch noch nicht beschwichtigend zurückzieht, kann es ihm passieren, dass er unterworfen, also auf den Boden gedrückt wird, oder sogar nach ihm geschnappt wird.

 

um einen Konflikt von vorne herein zu umgehen, meiden diese beiden Wölfe den direkten Blickkontakt, auch die Ohren haben sie leicht angelegt, um beschwichtigendes Wohlwollen auszudrücken

Wölfe gehen generell Konflikten aus dem Weg und vermeiden Aggression, wenn es geht. Hierbei ist ihnen die Körpersprache äußerst dienlich, denn oft werden Auseinandersetzungen durch Beschwichtigungsgesten oft schon im Keim erstickt. Ständige Aggression würde das Rudel auch gefährden, da sie wertvolle Energie raubt und auch zu Verletzungen oder den Tot führen könnte. Kommt es doch einmal zu einem ernsten Konflikt, unterwirft sich meist der rangniedrigere Wolf, indem er sich auf den Rücken schmeißt, die Rute einklemmt und seine Kehle präsentiert. Zu ernsthaften Kämpfen kommt es selten (ein Grund hierfür wäre z.B. wenn ein Rudel wegen Nahrungsknappheit sein Revier vergrößert und dabei auf ein anderes Rudel stößt, wird es zum Kampf kommen, der meist für einige Wölfe den sicheren Tot bedeutet).

mit eingeknickten Läufen, geduckter Haltung und angelegten Ohren könnte ein Laie denken, dass dieser Wolf Angst signalisiert. Doch tatsächlich steht er nur gerade auf. Die Ohren und die Rute veraten allerdings wirklich, dass er sich unwohl fühlt.

Die Bedeutung von Heulen und anderen Lauten

(folgt)

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