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Wolfsspiele

Nie wieder Pickel!

Wer glaubt, dass Wölfe nur daran denken, sich zu vermehren und zu Jagen, um zu überleben, der täuscht sich schwer. Sie gehen nicht nur soziale Bindungen ein, die durchaus als Freundschaft zu bezeichnen sind, sondern können sogar richtig lustig, ausgelassen und verspielt sein. Da die älteren Wölfe und die Leittiere sehr wichtig fürs Rudel sind und ihre so wertvolle Energie sparen müssen, beteiligen sie sich nicht sehr oft an Spielen, was aber nicht heißt, dass sie es gar nicht tun. Vor allem im Winter fordern sich die beiden Leittiere oft zum gemeinsamen, zärtlichen Spiel auf. Jungwölfe hingegen spielen sehr oft, weil ihnen die Ruhephasen ihrer Eltern (Leittiere) oft viel zu lange und vor allem langweilig sind. Spielerisches, kindliches Verhalten dient auch dazu, in den Eltern (Leittiere) Schutz und Fürsorge zu wecken. Unschlagbar sind natürlich die Welpen, die nahezu andauernd spielen, da sie dabei auch Wichtiges für ihr zukünftiges Leben lernen (LINK folgt). Nun möchte ich euch einige Wolfsspiele vorstellen, woran man erkennt, dass Wölfe auch Spaß am Leben haben und es manchmal einfach nur genießen.

 

Rudelspiele

Wie der Name bereits verrät, widme ich mich zuerst den gemeinsamen Spielen, an denen sich alle Rudelmitglieder vom Leitwolf bis zum Welpen beteiligen.

 

gemeinsames Umherlaufen

Dies ist auch eine Form der Begrüßung, sehr oft nach dem Aufwachen zu beobachten. Alle Wölfe kommen freundlich gestimmt und vollkommen entspannt zusammen und laufen scheinbar willkürlich umher und durcheinander. Dabei wedeln sie mit den Schwänzen, versuchen sich gegenseitig die Lefzen zu lecken, stupsen und knaufen sich ins Fell und zeigen sich somit ihre Zuneigung und Zusammengehörigkeit. Das Spiel wird meist von einem Leitwolf durch eine Geste beendet.

 

Chorheulen

Das ist eigentlich kein wirkliches Spiel, da Chorheulen auch viele sehr ernste Beweggründe hat (z.B. zur Warnung an fremde Rudel, zur Abgrenzung des Reviers,…). Doch wie auch das gemeinsame Umherlaufen kann auch ein Chorheulen nach dem Aufstehen angestimmt werden, oder nach erfolgreicher Jagd usw. Dann ist es auch ein Zeichen für den starken, sozialen Zusammenhalt im Rudel.

 

Wolfsspiele allgemein

Nun folgen Spiele, die vor allem bei juvenilen Wölfen (Jungwölfen) zu beobachten sind

 

das Rennspiel

das ist ein typisches Wolfsspiel, vor allem jüngerer Tiere, die mit ihrer Energie noch nicht so haushalten wie die älteren. Meist fordert ein Wolf einen anderen durch Vorderkörpertiefstellung mit hin und her Gehopse oder ins Fell Kneifen zum gemeinsamen Spiel auf. Wenn der andere Lust hat, verfolgt er seinen Spielgefährten. Genau wie bei dem menschlichen Fangen Spiel, wechseln sich auch bei den Wölfen Jäger und Gejagter ab. Hierbei werden nicht nur individuelle Fähigkeiten wie Geschwindigkeit und Geschick geschult, sondern auch die Bindung und das Vertrauen zwischen den beiden Wölfen.

 

die Rutschbahn

In freier Wildbahn werden immer wieder Wölfe beobachtet, die im Winter einen Hügel erklimmen und ihn auf dem Rücken wieder hinabrutschen, was sie durchaus auch mehrmals hintereinander machen. Das ist ein solitäres Spiel, das weder irgendeinen Lerneffekt, noch einen sozialen Sinn hat und wirklich einfach nur zum Spaß gespielt wird. Da viele Menschen glauben, dass Tiere keine Gefühle hätten und nur ans Überleben denken, ist dies eines der vielen Beweise dafür, dass es nicht stimmt. Dieses Spiel erfüllt keinen Zweck, sondern dient einzig und allein dem Spaß, was ein Zeichen dafür ist, dass Wölfe ihr Leben lieben und es genießen wollen, genau wie wir Menschen.

 

der Clown

Sehr verspielte Jungwölfe, denen es langweilig ist und einen anderen Wolf, auch die Eltern (Leittiere) zum Spielen auffordern wollen, benehmen sich oft förmlich wie ein Clown. Sie legen ein Spielgesicht auf (wirkt wie ein Grinsen), hopsen hin und her, gehen in die Vorderkörpertiefstellung, wobei sie auf und ab springen, wedeln mit der Rute, stupsen dem Gegenüber spielerisch ins Fell und werfen sich auf den Rücken, wobei sie mit den Läufen in der Luft rudern. Diesem clownhaften Verhalten kann kaum ein Wolf widerstehen und wird wahrscheinlich mitspielen.

 

Spiele mit Gegenständen

siehe Welpenspiele

 

der Ringkampf

ist ein mit zunehmendem Alter immer seltener werdendes Spiel, da nun viel zu schnell Ernst daraus werden könnte. Ansonsten, siehe Welpenspiele



Welpenspiele
Welpen sind, wie auch bei uns Menschen die Kinder, unschlagbar, wenn es ums Spielen geht: fantasievoll, kreativ und ständig für neuen Unfug bereit. Man könnte schon fast sagen, dass Welpen nur das Spielen im Kopf haben. Ihre Babysitter (Link zu "Nachwuch" folgt) müssen oft viel aushalten und sind sehr geduldig. Bei Welpenspielen gibt es keine Rangordnung, mal ist der eine, dann wieder der andere der Sieger. Sie dienen nur zum Spaß und zum Erlernen der Fähigkeiten.

 

Rennspiele

siehe oben. Sie dienen den Welpen zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten und des Körperbewusstseins.

 

der Ringkampf

Die Welpen beißen sich spielerisch ins Nacken- und Rückenfell, rennen ein Stückchen, kneifen sich in den Hinterlauf und ziehen sich am Schwanz, rennen wieder,… Das geht meistens solange, bis einer der Welpen zu grob wird und der andere laut aufschreit. Dies dient zum Erlernen der Beißhemmung. Nächstes Mal wird der Welpe nicht mehr o fest zubeißen, denn sonst ist das Spiel zu Ende.

 

der Eroberer

Das ist ein Spiel, das auch wir Menschen kennen (z.B. Ritter und Burg Spiel). Ein Welpe erklimmt einen kleinen Hügel oder springt auf einen Baumstumpf und verteidigt seine „Burg“ gegen die anderen Welpen. Gelingt es einem Welpen, den auf dem Hügel oder Baumstumpf zu vertreiben, wird er zum neuen „Burgherren“ und seine Eroberung ebenfalls verteidigen. Das geht so lange, bis ein Welpe wieder zu fest gekniffen wird oder einfach keiner mehr Lust hat. Das ist ein Spiel, das vor allem Spaß macht, aber den Welpen gleichzeitig lernt, ihnen wichtige Plätze zu verteidigen.

 

die Abenteurer

Oft ist einer unter den Welpen, der besonders neugierig und mutig ist. Er ist es, der sich als erster weiter vom Babysitter wegtraut, als die anderen, die ihm aber (ebenfalls neugierig) folgen. Scheinbar alleine erkunden die Welpen dann die Gegend und ziehen ihre ganz eigenen Schlüsse an der oftmals so eigenartigen, aber faszinierenden Umwelt. Der Babysitterwolf hat die Welpen aber stets gut im Auge und wenn sie sich zu weit entfernen, läuft er zu ihnen hin, drückt sie eventuell kurz auf den Boden und läuft dann wieder zur Höhle zurück, die Welpen im Schlepptau.

 

Spiele mit Gegenständen

Ein Welpe findet einen Gegenstand, der ihn interessiert (z.B. Tannenzapfen). Er packt ihn, schüttelt ihn durch und wirft ihn in die Luft. Das macht er solange, bis sich ein anderer Welpe ebenfalls dafür interessiert. Dann nimmt er den Tannenzapfen zwischen die Vorderpfoten und geht in die Vorderkörpertiefstellung. Will der andere Welpe ihm nun den Tannenzapfen wegnehmen, wird er ihn greifen und damit wegrennen, der andere Welpe hinterher. Erbeutet dieser nach einigem Spielen den Tannenzapfen, dreht sich der ganze Spieß um. Dies schult nicht nur den Sinn fürs (später mal ernste) Jagen und Ergreifen von Beute, sondern die Welpen lernen auch, ihre Beute erfolgreich zu verteidigen.

 

Das Leitwolfspiel

Nun noch zu dem besonderen Spiel der Leitwölfe. Es stimmt zwar, dass sie seltener Spielen und sogar oft die Spielaufforderungen ihrer Welpen ignorieren, aber es stimmt nicht, dass sie gar nicht spielen, denn auch sie wollen hin und wieder einfach mal Spaß haben, aber damit vor allem ihre sehr enge und freundliche, soziale Bindung zum Ausdruck bringen. Vor allem im Winter, während der Paarungszeit, legen die beiden Leittiere nicht nur Wert auf ein gepflegtes Spiel, sondern vor allem darauf, ihre Zusammengehörigkeit und Zuneigung auszudrücken. Wilde Spiele, wie Ringkämpfe oder das Erbeuten von Gegenständen kommen für sie nicht in Frage, da sie sich gegenseitig stark respektieren und rangbezogene Spiele nicht nötig haben. Vielmehr stupsen sie sich gegenseitig zärtlich ins Fell, vordern sich auch durch Vorderkörpertiefstellung zum Rennen auf und lieben alle Arten von Spielen, bei denen sie ihr gegenseitiges Vertrauen unter Beweis stellen können. Auch als eine Art Spiel zu bezeichnen ist folgendes: die Wölfe haben sich an einer Beute satt gefressen. Dann reißt der Leitwolf ein Stück Fleisch heraus und bringt es seiner Leitwölfin. Da diese bereits satt ist, wird sie kaum fressen, aber der Rüde hat ihr damit gezeigt, wie sehr er sie mag und dass er immer dafür sorgen wird, dass sie und die zukünftigen Welpen etwas zu Essen haben. Aus Dank wedelt die Leitwölfin vielleicht mit dem Schwanz oder läuft schwanzwedelnd davon, um den Leitwolf zu einem freundlichen Rennspiel aufzufordern.

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